Website selber machen oder machen lassen? Die ehrliche Rechnung für Selbstständige
Die ehrliche Antwort: Wenn du 50 bis 80 EUR pro Stunde verdienst und 40 Stunden am Baukasten sitzt, hast du 2.000 bis 3.200 EUR Umsatz liegen lassen. Dazu kommt eine Website, die wahrscheinlich aussieht wie selbstgemacht. Trotzdem gibt es Fälle, in denen selber machen Sinn ergibt. Hier ist die vollständige Rechnung.
Was kostet eine Website wirklich? Die zwei Seiten der Gleichung
Die meisten Vergleiche rechnen nur die direkten Kosten: Baukasten 10 EUR/Monat vs. Agentur 5.000 EUR. Das ist so, als würdest du ein Auto nur nach dem Anschaffungspreis bewerten und Sprit, Versicherung und Wertverlust ignorieren.
Die vollständige Rechnung hat zwei Seiten:
- Direkte Kosten: Was du bezahlst (Software, Hosting, Dienstleister)
- Opportunitätskosten: Was du verdient hättest, wenn du stattdessen gearbeitet hättest
Erst wenn du beide Seiten kennst, kannst du eine kluge Entscheidung treffen.
Zeitaufwand: So lange dauert es wirklich
Die Baukästen versprechen "Website in 5 Minuten". Die Realität sieht anders aus. Hier ist der ehrliche Zeitaufwand für eine typische Firmenwebsite mit 5 bis 8 Seiten:
Variante 1: Komplett selbst machen (Baukasten)
| Aufgabe | Zeitaufwand |
|---|---|
| Baukasten auswählen und einarbeiten | 3-5 Stunden |
| Template auswählen und anpassen | 4-8 Stunden |
| Texte schreiben (5-8 Seiten) | 8-15 Stunden |
| Bilder suchen, bearbeiten, einbinden | 3-5 Stunden |
| Kontaktformular einrichten | 1-2 Stunden |
| SEO-Grundlagen (Titel, Beschreibungen) | 2-3 Stunden |
| DSGVO (Impressum, Datenschutz, Cookies) | 2-4 Stunden |
| Responsive Design prüfen und anpassen | 2-4 Stunden |
| Testen und Fehler beheben | 2-4 Stunden |
| Gesamt | 27-50 Stunden |
Variante 2: Vom Profi machen lassen
| Aufgabe | Dein Zeitaufwand |
|---|---|
| Briefing-Gespräch (was willst du?) | 1 Stunde |
| Texte und Bilder liefern (falls vorhanden) | 1-2 Stunden |
| Feedback zur Entwurfsversion | 1 Stunde |
| Finale Freigabe | 30 Minuten |
| Gesamt | 3-5 Stunden |
Du willst eine Website, die wirklich Kunden bringt?
KI-WebSichtbar entdeckenDie Opportunitätskosten-Rechnung: Was dich "selber machen" wirklich kostet
Opportunitätskosten sind kein abstrakter BWL-Begriff. Sie sind realer Umsatz, den du nicht gemacht hast, weil du etwas anderes getan hast.
Rechenbeispiel für typische Selbstständige:
| Beruf | Stundensatz | Zeitaufwand DIY | Opportunitätskosten |
|---|---|---|---|
| Handwerker (Dachdecker, Elektriker) | 50-80 EUR | 35 Stunden | 1.750-2.800 EUR |
| Coach / Berater | 80-150 EUR | 35 Stunden | 2.800-5.250 EUR |
| Zahnarzt / Arzt | 100-200 EUR | 35 Stunden | 3.500-7.000 EUR |
| Steuerberater | 80-120 EUR | 35 Stunden | 2.800-4.200 EUR |
| Physiotherapeut | 40-70 EUR | 35 Stunden | 1.400-2.450 EUR |
| KFZ-Werkstatt-Inhaber | 50-80 EUR | 35 Stunden | 1.750-2.800 EUR |
Die Rechnung für einen Dachdeckermeister:
- Baukasten-Kosten: 240 EUR/Jahr
- Eigenarbeit: 35 Stunden x 65 EUR = 2.275 EUR
- Reale Kosten im ersten Jahr: 2.515 EUR
- Professionelle Website zum Festpreis: 1.499 EUR
- Ersparnis durch machen lassen: 1.016 EUR + 30 Stunden Freizeit
Und das ist nur die finanzielle Seite. Die emotionale Seite (Frust, Unsicherheit, "sieht das gut aus?", 3 Abende am Laptop statt bei der Familie) kommt noch dazu.
Qualitätsvergleich: DIY vs. Profi
Die Kosten sind nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: Was bekommst du für dein Geld?
| Kriterium | DIY (Baukasten) | Professionell erstellt |
|---|---|---|
| Design | Template-basiert, generisch | Individuell, auf Branche zugeschnitten |
| Texte | Selbst geschrieben (oft Fachsprache statt Kundensprache) | Professionell getextet (auf Zielgruppe optimiert) |
| SEO | Basis (wenn du weißt, was Meta-Titles sind) | Vollständig (Schema.org, lokale Keywords, Core Web Vitals) |
| DSGVO | Selbst konfiguriert (Fehlerquote hoch) | Ab Werk korrekt (Impressum, Datenschutz, lokale Fonts) |
| Ladezeit | 2-4 Sekunden (Baukasten-Overhead) | Unter 1 Sekunde (statisch, optimiert) |
| Erster Eindruck | "Sieht aus wie mit Jimdo gebaut" | "Das sieht professionell aus" |
| Conversion | Niedrig (keine Optimierung) | Höher (CTA-Platzierung, Trust-Elemente, Struktur) |
| Mobile | Template-abhängig (oft Kompromisse) | Maßgeschneidert (Mobile-First-Design) |
Ein konkretes Beispiel: Ein Handwerker schreibt auf seiner DIY-Website: "Wir bieten Ihnen umfassende Dachdeckerleistungen auf höchstem Niveau." Ein Profi-Texter schreibt: "Undichtes Dach? Wir sind in 24 Stunden bei dir. Festpreis-Angebot in 30 Minuten." Der zweite Text spricht das Problem des Kunden an und macht ein klares Angebot. Der erste klingt wie jeder andere.
Wann sich selber machen lohnt (ehrlich)
Es gibt Situationen, in denen DIY die richtige Wahl ist:
1. Du hast kein Budget (wirklich kein Budget) Wenn du gerade gründest und jeden Euro zweimal umdrehen musst, ist ein kostenloser Baukasten besser als keine Website. Aber: Plane den Umstieg ein, sobald du Umsatz machst.
2. Die Website ist nicht geschäftskritisch Verein, Hobby-Projekt, privater Blog. Wenn die Website kein Geld verdienen muss, ist der Qualitätsanspruch niedriger und DIY völlig okay.
3. Du hast Spaß an Webdesign Manche Menschen genießen es, am Computer zu basteln. Wenn du Webdesign als Hobby betrachtest (nicht als Pflichtaufgabe), dann mach es selbst.
4. Du willst lernen Wenn du verstehen willst, wie Websites funktionieren (z. B. als Vorbereitung für Gespräche mit Dienstleistern), kann eine DIY-Phase lehrreich sein.
5. Du brauchst nur eine absolute Minimalseite Eine Seite mit deinem Namen, deiner Telefonnummer und deiner Adresse. Kein Design, kein SEO, keine Conversion. Dafür reicht ein Google Business Profil sogar besser als eine Website.
Wann machen lassen die klügere Wahl ist
1. Deine Zeit ist Geld (buchstäblich) Wenn du als Selbstständiger 50 EUR oder mehr pro Stunde verdienst, sind 35 Stunden am Baukasten mindestens 1.750 EUR verbrannter Umsatz. Eine professionelle Website kostet ab 1.499 EUR, spart dir 30+ Stunden und ist qualitativ besser.
2. Die Website soll Kunden bringen Wenn du über deine Website Anfragen generieren willst, brauchst du mehr als ein hübsches Design. Du brauchst SEO, überzeugende Texte, klare Handlungsaufforderungen und Trust-Elemente. Das ist ein Handwerk, das Profis besser beherrschen.
3. Du willst dich nicht mit Technik beschäftigen DSGVO, SSL, Cookie-Banner, Google Fonts lokal einbinden, Schema.org, Meta Tags, responsive Design, Ladezeit-Optimierung. Wenn du bei drei dieser Begriffe die Stirn runzelst, lass es machen.
4. Dein erster Eindruck zählt Studien zeigen: 75 % der Besucher beurteilen die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens anhand des Website-Designs (Quelle: Stanford Web Credibility Research). Eine DIY-Website, die nach 2015 aussieht, kostet dich Kunden, die du nie bemerken wirst.
5. Du hast schon eine schlechte Website Wenn du seit Jahren eine veraltete WordPress-Seite oder einen Baukasten-Versuch hast, der "irgendwie nie richtig wurde", ist der Moment da. Neubau durch einen Profi, statt weiter am toten Pferd zu reiten. Warum WordPress für die meisten KMU ohnehin die falsche Wahl ist, erklären wir im Artikel WordPress nervt? 5 Gründe für den Wechsel.
Der Kostenvergleich: Alle Optionen auf einen Blick
| Option | Einmalige Kosten | Laufende Kosten/Jahr | Dein Zeitaufwand | Qualität |
|---|---|---|---|---|
| Kostenloser Baukasten (Wix Free, Jimdo Free) | 0 EUR | 0 EUR (Werbung auf deiner Seite) | 30-50 Stunden | Niedrig |
| Premium-Baukasten (Jimdo, Wix, Strato) | 0 EUR | 120-360 EUR | 30-50 Stunden | Niedrig-Mittel |
| WordPress (selbst) | 0-100 EUR | 330-1.200 EUR | 40-80 Stunden | Mittel |
| WordPress (mit Wartung) | 0-100 EUR | 1.200-3.600 EUR | 5-10 Stunden | Mittel-Hoch |
| Freelancer | 1.500-5.000 EUR | 100-500 EUR | 5-10 Stunden | Hoch |
| Agentur | 5.000-15.000 EUR | 1.200-5.000 EUR | 5-10 Stunden | Sehr hoch |
| KI-gestützt (Festpreis) | 1.499-4.999 EUR | 0-120 EUR | 3-5 Stunden | Hoch |
Die Erkenntnis: Der Baukasten ist nur billig, wenn du deine Arbeitszeit nicht rechnest. Und die Agentur ist nur sinnvoll, wenn du ein großes Projekt hast. Den detaillierten Vergleich aller Optionen inklusive 3-Jahres-Rechnung findest du im Website-Kosten Preisvergleich.
Was die meisten DIY-Websites falsch machen (und warum du es erst merkst, wenn es zu spät ist)
1. Texte in Fachsprache statt Kundensprache Du schreibst, was du tust. Nicht, welches Problem du löst. Dein Kunde sucht nicht "Dachsanierung mit hochwertigen Materialien". Er sucht "Dach undicht. Wer kann schnell helfen?"
2. Kein klarer Call-to-Action Die meisten DIY-Websites haben keinen klaren nächsten Schritt. Kein "Jetzt anrufen", kein "Kostenlos beraten lassen", kein auffälliger Kontakt-Button. Der Besucher schaut, nickt und geht wieder.
3. DSGVO-Fehler Google Fonts extern eingebunden? Cookie-Banner mit verstecktem Ablehnen-Button? Keine AV-Verträge? Das sind 3 Verstöße, die dich zusammen mehrere tausend Euro kosten können. Mehr dazu in unserer DSGVO-Checkliste.
4. Keine mobile Optimierung Über 60 % deiner Besucher kommen über das Smartphone. Wenn deine Website auf dem Handy schlecht aussieht oder langsam lädt, verlierst du die Mehrheit deiner potenziellen Kunden.
5. SEO als Afterthought SEO funktioniert nicht, wenn du es am Ende "noch schnell draufpackst". Keywords, Meta-Beschreibungen, Seitenstruktur, interne Verlinkung und Schema.org müssen von Anfang an mitgedacht werden. Wie du als Handwerker bei Google gefunden wirst, zeigt unser SEO-Ratgeber für Handwerker.
Die Entscheidungshilfe: 5 Fragen an dich selbst
Beantworte diese 5 Fragen ehrlich. Sie zeigen dir, welche Option zu dir passt:
Frage 1: Wie viel ist eine Stunde deiner Arbeitszeit wert?
- Unter 30 EUR → DIY kann sich lohnen
- 30-80 EUR → Rechne genau nach
- Über 80 EUR → Lass es machen, es spart dir Geld
Frage 2: Soll die Website Kunden bringen oder nur "da sein"?
- Nur Visitenkarte → DIY reicht
- Kunden gewinnen → Lass es professionell machen. Wie das funktioniert, zeigen unsere Handwerker-Website Beispiele.
Frage 3: Hast du Spaß an Technik und Design?
- Ja → DIY als Projekt genießen
- Nein → Jede Stunde am Baukasten ist verlorene Lebenszeit
Frage 4: Wie wichtig ist der erste Eindruck?
- "Egal, ich lebe von Empfehlungen" → DIY reicht
- "Kunden sollen mich online finden und Vertrauen haben" → Profi-Website
Frage 5: Hast du 30-50 Stunden Zeit in den nächsten Wochen?
- Ja → DIY ist machbar
- Nein → Dann lieferst du dem Profi 3-5 Stunden Input und hast in 48h eine fertige Website
Du bleibst bei deiner Arbeit. Wir bauen deine Website.
KI-WebSichtbar liefert professionelle Websites in 24 bis 48 Stunden. Zum Festpreis. Ohne Abo. DSGVO und SEO sind ab Werk eingebaut.
- Launchpad: 1.499 EUR netto (One-Pager, DSGVO, SEO-Basis, fertig in 24-48h)
- Workhorse: 3.499 EUR netto (Multi-Page, Content, erweitertes SEO). Alles drin.
- Growth Engine: 4.999 EUR netto (Blog, Schema.org, GEO-Optimierung)
Dein Zeitaufwand: 3 bis 5 Stunden für Briefing und Feedback. Den Rest machen wir.
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FAQ: Häufige Fragen zu Website selber machen vs. machen lassen
Wie lange dauert es, eine Website mit einem Baukasten zu erstellen?
Plane 30 bis 50 Stunden für eine vernünftige Firmenwebsite mit 5 bis 8 Seiten. Die Baukästen versprechen "fertig in 5 Minuten", aber Texte schreiben, Design anpassen, DSGVO einrichten und mobile Optimierung brauchen deutlich mehr Zeit.
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Je nach Anbieter und Umfang: Freelancer ab 1.500 EUR, spezialisierte Anbieter ab 1.499 EUR (Festpreis), Agenturen ab 5.000 EUR. Dazu kommen laufende Kosten für Domain (10-15 EUR/Jahr) und optionale Wartung.
Kann ich meine DIY-Website später upgraden lassen?
Grundsätzlich ja, aber meistens ist ein Neubau günstiger als die Überarbeitung einer bestehenden Baukasten-Website. Die Inhalte (Texte, Bilder) lassen sich übernehmen, das Design wird komplett neu gemacht.
Lohnt sich eine Website für Handwerker überhaupt?
Ja. 70 % der Kunden suchen Handwerker online, bevor sie anrufen (Quelle: BrightLocal). Ohne Website verlierst du diese Anfragen an Wettbewerber, die eine haben. Eine professionelle Website ist kein Luxus, sondern ein Werkzeug zur Kundengewinnung.
Was sind Opportunitätskosten?
Opportunitätskosten sind der Umsatz, den du nicht machst, weil du etwas anderes tust. Wenn du als Elektriker 60 EUR/h verdienst und 35 Stunden an deiner Website bastelst, hast du 2.100 EUR Umsatz verpasst. Das sind deine Opportunitätskosten.
Brauche ich wirklich SEO für meine Website?
Wenn du willst, dass Kunden dich über Google finden: Ja. 93 % aller Online-Erfahrungen beginnen mit einer Suchmaschine (Quelle: Search Engine Journal). Ohne SEO ist deine Website eine Visitenkarte, die niemand sieht. Mit SEO ist sie ein aktiver Vertriebskanal.
Ist eine Festpreis-Website besser als ein Stundensatz-Angebot?
Für KMU meistens ja. Bei einem Stundensatz weißt du nie, was die Website am Ende kostet. 10 Stunden mehr Abstimmung = 800 bis 1.500 EUR mehr. Ein Festpreis gibt dir Planungssicherheit. Du weißt vorher genau, was du zahlst.
Was passiert, wenn ich meine Website nach der Erstellung ändern will?
Bei Baukästen machst du Änderungen selbst (in der Baukasten-Oberfläche). Bei WordPress brauchst du technisches Wissen oder einen Dienstleister. Bei statischen Websites beauftragst du den Ersteller oder nutzt ein Headless CMS. Einfache Textänderungen sind bei allen Varianten schnell erledigt.